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LUFO III Projekt "Vorhersage von life cycle Verhalten eines Hochdruckverdichters"
In
dem Vorhaben „Predicition of Life Cycle Behavior of a High Pressure
Compressor “ werden Schaufeln des dritten Rotors aus dem
Hochdruckverdichter des Rolls-Royce Triebwerks BR 715 mittels
Streifenprojektionsverfahren optisch gescant. Die Schaufeln stammen aus
den unterschiedlichsten Triebwerken, die sich in Betreiber, Laufzeit
und Einsatzort unterscheiden.
Zum Einsatz kommt das Scansystem Kolibri Flex der Firma IVB aus Jena,
das einen Zugriff auf die Rohdaten ermöglicht und mit dem die
Vermessung der Schaufeln vollautomatisch durchgeführt werden kann. Die
Rohdaten der gemessenen Schaufeln werden zur Parametrisierung von 21
Schaufelschnitten im Schaufelblatt verwendet. Aufgrund von
Fertigungstoleranzen, Abnutzungserscheinungen, Laufzeit, Einsatzort und
Operator gleicht keine Schaufel einer anderen. So entstehen für alle
Parameter Streuungen und Mittelwerte. Das Ziel des Vorhabens ist, mit
allen Parametern eine statistische Analyse durchzuführen und
Schadensfunktion aufzustellen, die die Abnutzungserscheinungen eines
Triebwerkes unter Berücksichtigung von Einsatzort und Operator
voraussagen. Da die BR 715 überwiegend von Operator 1 eingesetzt wird,
ist es für diesen Operator möglich, die Schadensfunktion statistisch
sicher aufzustellen. Für weitere Operator, die nur wenige Triebwerke im
Einsatz haben werden die Schadensfunktionen von Operator 1 mit den
gemessenen Triebwerken des anderen Operator abgeschätzt (siehe
Abbildung LUFO_III_1.).

Abbildung LUFO_III_1. Schadensfunktionen
Anschließend
werden die Daten dem Leistungsrechnungsprogramm Casino von Rolls-Royce
Deutschland zugeführt, mit dem eine Vorhersage des Wirkungsgrades
ermöglicht wird. Weiterhin wird die Entwicklung von Einschlägen über
die Betriebszeit untersucht. Mit einem am Lehrstuhl entwickelten
Programm werden die Messpunkte jeder vermessenen Schaufel auf
Einschläge überprüft. Dabei wird die Oberfläche der Schaufel Stück für
Stück abgetastet und es werden Ausgleichsebenen durch die Messpunkte
gelegt. Mit der Berechnung der Normaldistanz zur Ausgleichsebene können
Einschläge gefunden werden.
Auch hier werden die Einschläge statistisch ausgewertet und eine
Entwicklung der Einschlaganzahl über die Laufzeit in Abhängigkeit von
Betreiber und Einsatzgebiet soll vorausgesagt werden. Die Mittelwerte
und Streuungen aus der Vermessung werden anschließend zum Aufbau von
Schaufeleingangsdatensätzen für eine Monte-Carlo-Simulation verwendet,
um den Einfluss der Streuungen auf die Dauerfestigkeit des
Schaufelblattes zu untersuchen.
Das FE–Netz einer Ausgangsschaufel wird dabei für jede Realisierung auf
das mit den Eingangsdatensätzen aufgebaute Schaufelblatt gemorpht. So
entstehen Schaufeln mit einem FE-Netz wie sie in der Realität
auftreten. Zusätzlich werden für einige große Einschläge
FE–Dauerfestigkeitsberechnungen um einen Austausch beschädigter
Schaufeln gemäß Wartungshandbuch von RRD zu bestätigen bzw. anzupassen.
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